Erfahrungsberichte

In den sozialen Netzwerken geistert eine (fiktive?) Diskussion zwischen zwei Führungskräften umher:  

"Was, wenn wir in unsere Angestellten investieren und diese uns dann verlassen?", fragt die eine Führungskraft.

"Was, wenn wir nicht investieren und sie bleiben?" antwortet die andere.

Auch wir bei Schalast wissen, dass stete Fortbildung und eine Investition in unsere jungen Kollegen sich für beide Seiten auszahlt, und sind deshalb stets gewillt, maßgeschneiderte Fortbildungsmaßnahmen zu fördern.  An dieser Stelle finden Sie einige Erfahrungsberichte unserer jungen Kollegen.

Multilaw Academy, Irland 2017 - Roman Brandhoff

Im August 2017 war es endlich soweit. Mir wurde die Ehre zuteil, an der Multilaw Academy 2017 in Irland teilzunehmen.

Die Academy ist ein jährlich stattfindendes Event, das von unserem internationalen Kanzleinetzwerk Multilaw ausgerichtet wird. Das Event dauert eine Woche und findet komplett in englischer Sprache statt. Es richtet sich in erster Linie an die Associates der zahlreichen Mitglieds-Kanzleien mit dem Ziel, neue Kontakte zu knüpfen und somit das Netzwerk auch unterhalb der Partnerebene zu stärken und auszubauen.

Im Vorfeld des Events ging mir so manch ein Gedanke durch den Kopf: Erwartet mich eine spannende und lehrreiche Zeit? Oder würde ich das baldige Ende herbeisehnen, während die Zeit gefühlt still steht?

Erfreulicherweise stellte sich bereits kurz nach Beginn des Events heraus, dass mein erster Gedanke zutrifft: Das Teilnehmerfeld entwickelte sich rasch zu einer eingeschworenen Gemeinschaft und es entstand eine Art familiäre Atmosphäre. Anhand eines grenzüberschreitenden Übungsfalls und wiederholter Gruppenarbeit wurde schrittweise der Ablauf einer internationalen Transaktion vermittelt. Zugleich vermittelte der stete informative Austausch der Teilnehmer ein Bild von den Eigenheiten der jeweiligen Jurisdiktion und Kultur. Daneben gaben die individuellen Vorträge der Teilnehmer, je nach Vortragsthema, einen vertieften Einblick in die Besonderheiten oder Geschehnisse des jeweiligen Heimatlands und/oder in die Interessen oder Persönlichkeit der jeweiligen Teilnehmer selbst.

Abgerundet wurde das Event durch die gelegentlichen arbeitsfreien Zeiten, die wir frei gestalten konnten. Wir verbrachten unsere Freizeit meist zusammen und hatten gemeinsam viel Spaß z.B. beim Wandern, Golfen, Fahrradfahren, Kartenspielen oder Feiern. Zusammenfassend lässt sich das einwöchige Event also als eine spannende und lehrreiche Erfahrung beschreiben, die es zugleich ermöglichte, Kontakte mit Anwälten aus unterschiedlichen Ländern und Kontinenten zu knüpfen. Eine Erfahrung, die ich nicht missen möchte!

 

Bar Exam, New York 2016 - Sven Bösing

Noch nie in der Geschichte dieser Kanzlei ist jemand durch das Bar-Examen gefallen…. noch nie.

Der Satz aus dem Film Die Firma mit Tom Cruise als jungem Rechtsanwalt einer großen US-amerikanischen Kanzlei begleitete mich die vergangenen rund drei Monate, in denen auch ich mich – wie in vorgenanntem Film der Hauptcharakter – auf das Bar-Examen des Bundesstaates New York vorbereitet habe.

Bereits zum Abschluss meines Master of Laws an der University of Georgia im Frühjahr 2013 stand die Frage im Raum, ob ich Interesse daran habe, im Anschluss an den LL.M. auch das Bar-Exam, das amerikanische Pendant zum juristischen Staatsexamen in Deutschland, zu schreiben.  Das Bar-Exam lässt sich von der Bedeutung her vergleichen mit dem deutschen zweiten juristischen Staatsexamen und berechtigt im Falle des Bestehens dazu, als Rechtsanwalt (jedenfalls in dem Bundesstaat in welchem das Bar-Exam bestanden wurde) tätig zu werden.  Insbesondere die Bundesstaaten New York und Kalifornien bieten dabei die Möglichkeit für Absolventen eines LL.M.-Programms einer amerikanischer Universität, bei gleichzeitiger, abgeschlossener juristischer Ausbildung im Ausland das Bar-Exam zu schreiben.  Diese Möglichkeit wird alleine im Bundesstaat New York jährlich von rund 4.500 Examens-Kandidaten wahrgenommen.  Insgesamt schreiben das Bar-Exam von New York jährlich rund 15.000 Kandidaten, verteilt auf zwei Termine.

Was damals noch aus Zeit und finanziellen Gründen scheiterte wurde nach inzwischen über zwei Jahren bei Schalast wieder aktuell. Als aktive Kanzlei im Rahmen des internationalen, erfolgreichen Kanzlei-Netzwerks Multilaw schien es empfehlenswert, neben den unterstützten nationalen Weiterbildungsmaßnahmen zum Master of Laws (LL.M.) insbesondere an der Frankfurt School of Finance and Management hier in Frankfurt, Fachanwalt oder Notar auch internationale Entwicklungsmöglichkeiten auszunutzen, woraufhin man mir breite Unterstützung in dem Vorhaben nun doch das Bar-Exam zu schreiben zugesagt hat. So kam es also dass ich mich (wieder) tiefer in das amerikanische Rechtssystem einarbeiten durfte.

Das Bar-Exam in New York besteht im Grundsatz aus insgesamt drei Prüfungsteilen und wird an zwei aufeinanderfolgenden Tagen mit jeweils drei Stunden Prüfung vormittags und drei Stunden Prüfung nachmittags geschrieben.

  • Ein erster Teil – bestehend aus zwei Essays – stellt eine praxisnahe Aufgabenstellung in einer Kanzlei in einem fiktiven Staat dar. Hierbei sind keinerlei Kenntnisse über das amerikanische, materielle Recht erforderlich, da sämtliche erforderlichen und zu verwendenden Dokumente (Vernehmungsprotokolle; Gesetzestexte; Gerichtsurteile) vorgegeben werden. Insofern besteht die wesentliche Aufgabe darin, die Aufgabenstellung zu erfassen, sich die hierfür wesentlichen Informationen herauszuarbeiten und die Ergebnisse in der vorgeschriebenen Form wiederzugeben. Die Essays stellen dabei den Beginn der Prüfungstage dar und werden in den drei Vormittagsstunden des ersten Tages geschrieben.
  • In den drei Nachmittagsstunden des ersten Tages sind dann weitere insgesamt sechs Essays zu verschiedenen Rechtsgebieten vorgesehen. Da insofern im Schnitt lediglich 30 Minuten je Essay verbleiben, stellt die zeitliche Komponente eine der wesentlichen Schwierigkeiten dieses Prüfungsteils dar. Erschwerend kommt hinzu, dass die Aufgabenstellung selber keine Angaben zu dem geprüften Rechtsgebiet macht, weshalb zunächst zu erschließen ist, welches Rechtsgebiet überhaupt Gegenstand der Frage ist. In Anbetracht der insgesamt 15 Prüfungsgebiete fällt bereits dieser Teil nicht immer leicht.
  • Den letzten und umfangreichsten Teil stellen insgesamt 200 Multiple-Choice-Fragen (je 100 vormittags und nachmittags) zu acht Rechtsgebieten dar. Wiederum ist eine der wesentlichen Schwierigkeiten das Zeitmanagement, letztlich verbleiben gerade etwas mehr al 1 ½ Minuten je Frage, was insbesondere bei Fragen zum Grundstücksrecht (real property) bei mehreren (mal wirksamen mal unwirksamen) Übertragungen des maßgeblichen Grundstücks alleine das Lesen und Erfassen der Frage in Anspruch nimmt.

Zur Vorbereitung nahm ich an einem online Vorbereitungskurs teil für den ich dankbarer Weise durch die Kanzlei weitgehend freigestellt wurde. Bei Durchschnittlich rund 50 Stunden Unterricht je Woche, zuzüglich außerunterrichtlichem Lernen, wäre eine reguläre, mandantengerechte Arbeit auch kaum darstellbar gewesen.

Nach effektiv hunderten Stunden online Vorlesungen, unzähligen Übungsessays, und über 2.000 Übungs-Multiple-Choice Fragen war es dann Ende Juli endlich soweit und die Prüfungen standen an. Gemeinsam mit geschätzten 3.000 anderen Kandidaten fand ich mich im Javits Convention Center in New York City ein, um mein „geballtes“ Wissen über das amerikanische Recht hoffentlich gewinnbringend wiedergeben zu können.

Nun heißt es abwarten und hoffen, dass sich die ganzen Mühen gelohnt haben. Anders als in den meisten hiesigen Prüfungen handelt es sich bei dem Bar-Exam um ein reines „pass/fail Exam“. Entsprechend ist die tatsächlich erreichte Punktzahl/Note weitestgehend irrelevant.  Zudem erfolgt die Benotung relativ im Verhältnis aller Kandidaten zueinander. Entsprechend ist das Ziel „lediglich“ besser zu sein, als der Durchschnitt aller Kandidaten. Aufgrund der Anzahl an Kandidaten und des insofern immensen Korrekturaufwandes, ist mit Ergebnissen wohl nicht vor November diesen Jahres zu rechnen.

Ein großer Dank geht an dieser Stelle an die Kanzlei Schalast, die mir das Ganze ermöglicht hat und innerhalb der Kanzlei insbesondere den Kollegen Dr. Andreas Walter, der mich maßgeblich zu dem Examen ermutigt hat, und Kristof Schnitzler, der mir mit eingangs genanntem Satz stets den „Ernst der Lage“ vor Augen führte, mir gleichzeitig aber hervorragend den Rücken freigehalten hat.

Bleibt zu hoffen, dass wir auch nachdem die Ergebnisse im November dann bekannt gegeben werden verkünden können:

Noch nie in der Geschichte dieser Kanzlei ist jemand durch das Bar-Examen gefallen … noch NIE!

Executive Programm, IESE Business School, Barcelona - Anne Baranowski

Mit großem beruflichen wie persönlichen Gewinn habe ich im Jahr 2015 ein Executive Programm der IESE Business School in Barcelona und München absolviert. Insbesondere für die anwaltliche Compliance-Beratung erschien mir besonders attraktiv, einen Generalüberblick über Managementthemen zu erhalten. Auf die IESE Business School bin ich durch die Empfehlung von Freunden aufmerksam geworden, die an einem Programm der Schule mit großer Begeisterung teilgenommen hatten. Dass die Business School im Ranking der Financial Times stets zu den Top-Ten in der Executive Education zählt, derzeit sogar Nummer 1, war natürlich auch attraktiv.

Anhand von Fachunterlagen und Fallstudien wurden in vier Präsenz-Modulen insbesondere Themen wie Entscheidungslehre, strategisches Marketing, Unternehmensstrategie, ethische Unternehmensführung, Entrepreneurship, Bilanzierung, Controlling, Unternehmensführung im digitalen Zeitalter, Logistik und Produktionswesen sowie makroökonomische Trends erarbeitet. Den Austausch mit den anderen Teilnehmern aus verschiedensten Branchen sowie die Art der Wissensvermittlung empfand ich sehr bereichernd für eine umsichtige und nachhaltige anwaltliche Beratung. Für die anwaltliche Praxis war auch das Modul Entrepreneurship spannend: zum einen für die Beratung von Start-Ups, zum anderen zur Vorbereitung auf eine etwaige Partnerschaft in der Kanzlei.

Zudem sind mir die dabei gesammelten Erfahrungen und vermittelten Werte wie Professionalität, Integrität, Respekt sowie ein „Spirit of Service“ wertvolle Wegbegleiter. Insgesamt kann ich daher Executive Education auch für Anwälte sehr empfehlen.

Mein ausführlicher Erfahrungsbericht „Als Rechtsanwältin begeistert von Executive Education“  ist im JURAcon Jahrbuch 2016/17 der IQB Career Services GmbH veröffentlicht worden und ist unter folgendem Link zu lesen.

Multilaw Academy, Malta 2015 - Ramón Glaßl

A week on Malta, at the expense of the law firm, in a 4-star hotel. There had to be a catch, but there wasn’t. At most the fact that is can get very hot on Malta in August.

In August 2015, Schalast & Partner made it possibility for me to participate in the Multilaw Academy on Malta. The Multilaw Academy is an event held annually by our international network MULTILAW for associates and young partners of it member firms. The location where the event is held also changes every year. 

The objective of the Multilaw Academy is, besides conveying legal know-how, in particular conveying intercultural values and strengthening contacts within the network. What initially sounds rather high-brow, is in fact much more down-to-earth and very pleasant. On the basis of two cases with a cross-border character, not only were the individual phases of a corporate transaction run through, but in particular the various approaches and culture differences of the individual delegates and jurisdictions were demonstrated. These aspects came very much into their own during simulated contractual negotiations.

The organisers of the event were very much aware that networking not only takes place during professional exchange, but also during cultural exchange. There was also a varied programme of evening events during the week, for example, and plenty of opportunity to get to know the other delegates. Charitable work was also on the agenda, which led us to the Inspire Foundation Malta (http://inspire.org.mt/).

All in all, this week was not just a special experience at professional level. The new acquaintances and friends made from a total of 21 countries were a huge gain and brought the world a little bit closer together.

Master of Laws - Mergers & Acquisitions, Ramón Glaßl

Die Frage kam etwas überraschend und traf mich recht unvorbereitet:  „Wir würden Dir gerne den M&A Masterstudiengang an der Frankfurt School of Finance and Management ermöglichen; was sagst Du?“  Selbstverständlich „Ja“! 

Der M&A Masterstudiengang, soviel vielleicht zum Hintergrund, ist ein juristischer Studiengang der Frankfurt School und soll den Studierenden einen umfassenden Einblick in jede Phase einer M&A Transaktion geben.  Ihnen soll so die Übersicht an die Hand gegeben werden, zu jeder Zeit – auch auf fremden Terrain – einen Deal erfolgreich managen zu können.

Während sich der materielle Wissenszuwachs in der Einführungswoche in Grenzen hält (geht es doch auch insbesondere darum, die Frankfurt School und, vor allem, die Kommilitonen näher kennen zu lernen) war das Lehrangebot in den darauf folgenden Veranstaltungen breit gefächert und nicht nur auf das juristische Auditorium zugeschnitten.  So hielt der Lehrplan mit den Fächern „Unternehmensbewertung“ und „Rechnungswesen“ gleich zu Beginn des Studium für den Juristen (iudex non calculat!) recht schwer verdauliche Kost bereit.  Nachdem man mathematische Gleichungen zur Abzinsung und Unternehmensbewertung erfolgreich hinter sich gelassen hatte, wartete das Curriculum stets mit weiteren spannenden Themen auf.  Neben Einführungen in die unterschiedlichen Due Diligence Themen sowie gesellschaftsrechtlichen Ausflügen, wurden auch das Kartellrecht sowie die Post Merger Integration ausführlich behandelt.   

Ein besonderes Highlight des Studiengangs stellt sicherlich das Seminar „Verhandeln nach dem Harvard Konzept“ (auch bekannt unter dem Buchtitel „Getting to yes!“) dar.  Neben zahlreichen Rollenspielen, die der Verdeutlichung der Prinzipien des Harvard Konzeptes dienen, wurde hier auch eine reale Kaufvertragsverhandlungssituation simuliert.  Hier konnte man nicht nur sein Verhandlungsgeschick und seine Menschenkenntnis messen, sondern auch das in den vorangegangenen Studieneinheiten zum Kaufvertrag und zur Unternehmensbewertung Gelernte in der Praxis anwenden.

Die zum Abschluss des Studiums anstehende Masterthesis schließt mit einer Präsentation derselbigen vor dem gesamten Studiengang.  Für besonders herausragende Teilnehmer bietet sich die Möglichkeit, an der jährlich stattfindenden M&A Konferenz der Frankfurt School einen Panel-Slot zu erhalten und vor der versammelten nationalen und internationalen M&A-Prominenz die eigene Thesis vorzustellen – nicht selten ein Karrierekicker.

Nicht nur der am Ende erworbene Titel des Master of Laws (LL.M.) und das mit ihm verbundene Wissen, sondern insbesondere auch die während des Studiums gewonnenen Bekannt- und Freundschaften führen zu der Antwort „Selbstverständlich!“.  Die Frage ist:  „Wir würden Dir gerne den M&A Masterstudiengang an der Frankfurt School of Finance and Management nochmal ermöglichen; was sagst Du?“