FIELD CONDITIONS – LICHT, FLÄCHE, RAUM
Ausstellungszeitraum: 09. Mai 2026 – 28. Februar 2027
NICOLE AHLAND I ISABELLE BORGES I ARTJOM CHEPOVETSKYY
DORTHE GOEDEN I FRIEDERIKE WALTER
Raum ist in der Kunst nie bloß Hintergrund. Seit der Renaissance diente er dazu, Welt zu ordnen und sichtbar zu strukturieren. Die Zentralperspektive etablierte einen festen Standpunkt und machte Raum berechenbar. Sie verband Wahrnehmung mit einem System der Ordnung, das über Jahrhunderte die Bildproduktion prägte. Erst die künstlerischen Avantgarden des 20. Jahrhunderts begannen, diese Vorstellung grundlegend zu hinterfragen. Kubismus, Konstruktivismus und Abstraktion lösten den einheitlichen Blick auf und eröffneten neue Vorstellungen von Räumlichkeit. Raum erschien nun nicht mehr als gegebenes Gefüge, sondern als etwas Relationales, Fragmentiertes und Prozesshaftes. Mit Minimal Art, Konzeptkunst und Lichtkunst verlagerte sich der Fokus zunehmend vom Bild auf die Erfahrung. Der Raum selbst wurde zum Material und zum Gegenstand ästhetischer Untersuchung.
An diese Entwicklung knüpfen die Arbeiten von Friederike Walter, Nicole Ahland, Artjom Chepovetskyy, Isabelle Borges und Dorthe Goeden an. Sie untersuchen Raum nicht als architektonische Kategorie, sondern als ein Geflecht von Beziehungen. Raum entsteht hier durch Licht, Farbe, Material, Bewegung und Wahrnehmung. Er zeigt sich nicht als stabile Größe, sondern als etwas, das sich im Sehen, Erinnern und körperlichen Erfahren fortwährend neu formt.
Im Zentrum steht die Vorstellung von Raum als offenem Prozess. Nicht als festes Gefüge, sondern als eine Wirklichkeit, die sich im Zusammenspiel von Werk, Ort und Betrachter immer wieder neu entfaltet. Der Blick tastet sich voran, Licht verschiebt Grenzen, Leere gewinnt Präsenz. Zwischen Materialität und Immaterialität, Präsenz und Abwesenheit entstehen Räume, die weniger dargestellt als erfahren werden. Sie fordern keine distanzierte Betrachtung, sondern eine aktive Wahrnehmung, in der Sehen selbst zu einer Form räumlicher Erfahrung wird.
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